Gedanken, Zahlen und gesunder Menschenverstand in Zeiten der Corona-Krise

Heute wollen wir ein wenig rechnen. Einen Blick in die offiziellen Statistiken werfen, dabei die Methode des Dreisatzes etwas auffrischen und den gesunden Menschenverstand zum Einsatz bringen.

Anlaß sind die diametral entgegengesetzten Aussagen zur Schwere der Corona-Pandemie, die seit Februar 2020 Deutschland – tatsächlich oder nur in herbeigeredeter Form – heimsucht und ihren Tribut an Toten fordert.

Die Obrigkeit, ihre medialen Lautverstärker und willfährigen Erfüllungsgehilfen sind im Dauermodus der Panikmache und erzählen, daß alles ganz schlimm und furchtbar ansteckend ist und man dem sicheren Tod nur durch strengste Beachtung von AHA-Regeln, Impfungen, Distanz, Absonderung, Lockout, Maskenpflicht und Einhaltung von nicht mehr verständlichen Verordnungen entgehen kann.

Was mit „nicht mehr verständlich“ gemeint ist, sei an diesem Beispiel verdeutlicht.

So wird die aktuelle „Landesverordnung Pflege“ am Eingang eines Pflegeheimes dem Besucher zusammenfassend dargestellt. Schon das vollständige Lesen würde etwa so lange dauern wie der geplante Besuchsaufenthalt. Abgesehen davon leben wir in Zeiten, wo ein nicht unerheblicher Bevölkerungsanteil sein Dasein im Dauerzustand des funktionalen Analphabetentums fristet und auf kurze Botschaften in einfacher Sprache angewiesen ist. Mit anderen Worten: Losgelöst von der Frage, ob die ganzen Corona-Notstandsmaßnahmen angemessen sind, hat sich ein Regulierungswahn verselbständigt, der beim Adressaten nicht mehr ankommt, weil er weder überschaubar noch verständlich ist.

Diese Feststellung führt uns direkt zu den Vertretern der Gegenposition, nämlich den Kritikern und Skeptikern des Corona-Notstandregimes, welche behaupten, daß dies alles maßlos übertrieben sei und die strengen, freiheitseinschränkenden Zwangsmaßnahmen nicht gerechtfertigt seien.
Für diese Meinung werden sie von den tonangebenden Kreisen des politisch-medialen Kartells als Coronaleugner-Mob, Verschwörungstheoretiker, Impfverweigerer, verstockte Querdenker, Gesellschaftsschädlinge, Solidaritätsverweigerer und was weiß ich noch alles beschimpft.

Soweit die Ausganglage.

Nun zu den Zahlen, wofür wir allzu gern die offiziellen Zahlen von 2020 genommen hätten, aber die stehen noch nicht zur Verfügung und die Webseite von www.destatis.de belehrt uns über die Gründe wie folgt:
„Bei der Aufbereitung der Ergebnisse der Todesursachenstatistik gibt es derzeit Verzögerungen, die eine Veröffentlichung der Jahresergebnisse zum geplanten Termin verhindern werden.“
(Zitat Ende, Stand heute)

Wir möchten uns keinesfalls der Meinung böswilliger Verschwörungstheoretiker anschließen, wonach diese Verzögerung etwas damit zu tun haben könnte, daß Zahlen frisiert werden, um Ergebnisse zu erzeugen, die der amtlichen Lesart des Pandemiegeschehens dienlich sein könnten.

Trotzdem macht es nachdenklich, daß in Zeiten hochleistungsfähiger EDV-Systeme, 9 Monate nach Jahresende immer noch keine belastbaren statistischen Zahlen zu den Todesursachen für 2020 zur Veröffentlichung vorliegen. Die Problematik könnte darin begründet liegen, daß es im Nachhinein fast unmöglich ist, bei den Corona-Toten die Vermengung von „an oder mit“ oder „in Zusammenhang mit“ eindeutig nach der wahren Ursache zu trennen. Ist ein 80-Jähriger, der schon seit 10 Jahren an einem Herzleiden herumdoktert und täglich ein Dutzend Tabletten nehmen muß nun ursächlich an Corona gestorben, nur weil bei der Aufnahme ins Krankenhaus, wo er dann verstarb, ein positives PCR-Testergebnis festgestellt wurde?
Diesbezügliche Obduktionen, die eine eindeutige Aussage zur Todesursache ermöglichen, wurden in den wenigsten Fällen gemacht. Warum eigentlich nicht? Weil es nicht von Interesse war oder weil sich das bedrohliche Narrativ von der Pandemie dann nicht hätte aufrechterhalten lassen oder weil die Kapazitäten dazu nicht vorhanden waren?
Wie dem auch sei, wir wissen es nicht. Aber es dürfte allen noch in Erinnerung sein, daß man als Konsument der öffentlich-rechtlichen Propagandaanstalten seit vielen Monaten täglich mit Todeszahlen aus dem Hause RKI bombardiert wird, die alle unter dem Vorbehalt „an oder mit“, bzw. „in Zusammenhang mit“ Corona standen.

Die offiziellen Stellen sind sich dieser maßgeblichen, qualitativen Einschränkung hinsichtlich der Aussagefähigkeit von Sterbedaten durchaus bewußt, weshalb am 8. Juli 2021 genau dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht wurde.
Demnach war bei 83% der untersuchten Fälle (bezogen auf 2020) eine Covid-19-Erkrankung die verantwortliche Todesursache. Näheres hier: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_327_23211.html

Doch jetzt zum versprochenen Rechenexempel, für das wir auf die Zahlen von 2019 zurückgreifen.

Zum Jahresende 2019 lebten in Deutschland 83,2 Mio Menschen und es verstarben im Laufe des Jahres insgesamt 939520 Personen an Krankheiten und äußeren Einwirkungen.Davon sind die 3 wichtigsten Todesursachen:

UrsacheTote gesamtpro Woche
Herz-Kreislauferkrankungen3312116369
Krebs (sog. Neubildungen)2395914608
Atemwegserkrankungen670211289

Ausführlich hier: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/gestorbene_anzahl.html;jsessionid=5E2C3B84C563E9CC5B4E23E2CB22ECDD.live712

Herunter gerechnet auf eine Stadt wie Speyer, mit einer Einwohnerzahl von ca. 51000, ergibt dies theoretisch einen Anteil von Toten pro Woche:

Herz-Kreislauferkrankungen 3,9
Krebs 2,8
Atemwegerkrankungen 0,79

Diese wöchentlichen Todesraten möchten wir zu den Corona-Toten der Stadt Speyer in Relation setzen.
Die offizielle Webseite der Landesregierung Rheinland-Pfalz meldet für die kreisfreie Stadt Speyer 89 Personen (Stand 6.10.2021), die „an“ und „mit“ Corona verstorben sind.
Quelle: https://lua.rlp.de/de/presse/detail/news/News/detail/coronavirus-sars-cov-2-aktuelle-fallzahlen-fuer-rheinland-pfalz/

Geht man davon aus, daß auch bei diesen im statistischen Durchschnitt nur 83% ursächlich an Covid-19 verstorben sind, so verbleiben 73,9 Corona-Tote für einen Zeitraum von 86 Wochen, also von Mitte Februar 2020, als die Pandemie Deutschland erreichte, bis heute.
Damit ergibt sich für Speyer eine Vergleichszahl von rechnerisch 0,86 Corona-Toten pro Woche.

Qualitativ liegen wir somit in der Größenordnung der Atemwegserkrankungen (0,79) wie sie schon 2019, also vor Ausbruch der sog. Corona-Pandemie, ihren Tribut forderten.

Es steht nun jedem frei anhand dieser Zahlen eine eigene, ganz persönliche Einschätzung vorzunehmen, und es ist durchaus nachvollziehbar, daß man dabei – je nach Naturell und Perspektive – zu unterschiedlichen Einsichten kommen kann.

Die Pessimisten, die sich gern von Angstmacherei treiben lassen, werden sagen: Da seht ihr es, wegen Corona gibt es doppelt so viele Atemwegserkrankungen mit tödlichem Ausgang und ohne die vielen Verbote des Corona-Notstandsregimes, wäre es noch viel schlimmer gekommen.

Die Optimisten, die das Leben grundsätzlich als eine risikobehaftete Veranstaltung mit tödlichem Ausgang einschätzen und bei Abwägung von Freiheitsverlust gegen Risiken, der eigenverantwortlichen Selbstbestimmung den Vorzug geben, werden kontern:
Na und, zu Lungenentzündung, Halsweh und Bronchitis gibt es jetzt eben noch eine Atemwegserkrankung mehr, mit der man fertig werden muß, und auf die sich im Laufe der Zeit das Immunsystem einstellen wird.

Fazit: Die Abwägung der Zahlen und Fakten berechtigt zu unterschiedlichen Meinungen. Diese und ihre Vertreter sollten in einer funktionierenden Demokratie uneingeschränkt toleriert werden.
Zur Aufrechterhaltung einer dauerhaften Notlage von nationaler Tragweite, verbunden mit der Suspendierung von Grundrechten, der Einführung freiheitseinschränkender Verbote und kriminalisierender Kontrollen, gibt es keine Berechtigung.


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