Cancel Culture – die moderne Inquisition

Wer sich vor einigen Wochen über die Satireaktion #allesdichtmachen gefreut hatte und schon frohlockte, daß allseits bekannte Publikumslieblinge den seit Monaten grassierenden, staatlich verordneten Corona-Irrsinn geistreich auf die Schippe nahmen, wurde schnell und unsanft in die traurige Realität zurück geholt.

Laut eigener Aussage wollte der Initiator Jan Josef Liefers folgendes erreichen:

Das ging mit Pauken und Trompeten in die Hose. Die Medien, welche sich seit langem in einer unseligen Symbiose mit der herrschenden Obrigkeit eingerichtet haben, wurden als Hüter des wahren Glaubens Ihrer Rolle durchaus gerecht.
Herr Liefers war offensichtlich mit den obwaltenden Mechanismen der Meinungsunterdrückung und der autoritären Seite unseres freiheitlich, demokratischen Rechtsstaates, noch nicht in Berührung gekommen und fand sich ruckzuck vor einem Tribunal wieder.

Dort durfte er sich, um den Eindruck von Fairness zu vermitteln, dank gnädiger Aufforderung der Vorsitzenden Judith Rakers, erst einmal „erklären“, was er sichtbar zerknittert auch tat, allerdings für einen Schauspieler wenig eloquent, noch weniger überzeugend und peinlichst darauf bedacht, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Wie bei solchen Talk-Shows, den medienwirksamen Formaten öffentlicher Gerichtsbarkeit, zu erwarten, durften die ritualisierten Standardphrasen und insbesondere die Distanzierung von „Rechts“ nicht fehlen.
Es war eine zum Fremdschämen bestens geeignete Mischung aus verbalem Eiertanz und stalinistischer Selbstkritik, um die Gemüter des Tribunals und der Öffentlichkeit zu besänftigen. Eine Öffentlichkeit, die mit der gleichen Gehässigkeit jubiliert, wie seinerzeit bei den Tribunalen der französischen Revolution, wenn ein Kopf in den Korb unter der Guillotine fiel.

Während man am süffisanten Mienenspiel der Vorsitzenden J. Rakers, ablesen konnte, wie sie innerlich das Erklärungs- und Rechtfertigungsgeschwurbel des Delinquenten genießt, waren die Gesichter der Beisitzer von finsteren, grüblerischen Sorgenfalten umwölkt. Mit dabei Josef B. Kerner, der sich schon vor vielen Jahren einen Namen als Tribunalvorsitzender und Rausschmeißer von Eva Herman gemacht hatte, diesmal aber die Klappe hielt – gottseidank.

Wer sich ausführlich fremdschämen will: https://www.youtube.com/watch?v=GYVY_C1jMP8

Aus der ursprünglich beabsichtigten Satire, einer Kunstform, bei der herzlich gelacht werden darf, war das Gegenteil geworden, nämlich bitterer Ernst.

Die Schauspieler, welche sich erdreistet hatten, durch ihre Teilnahme bei #allesdichtmachen Regierungskritik zu üben und den medial verordneten Glauben an die Sinnhaftigkeit der Corona-Notstandsmaßnahmen in Zweifel zu ziehen, erging es ähnlich wie Ketzern im Mittelalter:
Der Inquisitor mußte nur kurz die Folterwerkzeuge zeigen, schon haben die meisten widerrufen, ihren Fehltritt wortreich und bitter bereut und sind zum wahren Glauben zurückgekehrt.

Bekehrungen dieser Art vollziehen sich heutzutage subtiler aber nicht minder wirksam, zumeist in Form eines Gesprächs mit dem Vorgesetzten, im Beisein des Personalchefs. Dabei fallen bedeutsame Sätze, die mit „wenn“ anfangen, im zweiten Halbsatz mit „dann“ weitergehen und in ihrer Gesamtheit existenzbedrohliche Inhalte übermitteln.
Äußerst unangenehm für Filmschaffende, die auf Engagements der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten angewiesen sind oder anderweitig an den Honigtöpfen der staatlichen Filmförderung hängen. Aber insbesondere für Publikumslieblinge, die als Tatortkommissar*innen oder Seriendarsteller*innen, eine Daueranstellung im Filmgeschäft haben und so die finanzielle Sicherheit eines Quasi- Beamtenstatus genießen, wäre ein Rausschmiß ein tiefer Fall.

Ulrike Folkerts, seit über drei Jahrzehnten als Tatortkommissarin Lena Odenthal im Dienste von Gerechtigkeit und Frauenquote auf dem Bildschirm unterwegs, ist nur eine von vielen Umfallern, die sich schleunigst von Ihrer eigenen Darbietung distanziert und die Aktion #allesdichtmachen als unverzeihlich (!) verurteilt hat.

Schaut sie euch an, so sehen sie wirklich aus, unsere Leinwandhelden*innen: Charakterdarsteller ohne Charakter.
https://www.rnd.de/medien/ulrike-folkerts-nennt-teilnahme-an-alles-dichtmachen-fehler-LL3CVENFIT36HPRNI5RY2YTLSA.html

Die betrübliche Tatsache, daß über politische Satire hierzulande nur noch gelacht werden darf, wenn es die Richtigen trifft, erhält durch einen unbeabsichtigten Begleitumstand von #allesdichtmachen doch noch eine humoristische Note, und zwar die der Schadenfreude.

Wir erinnern uns: Im Herbst 2019 wurde der Leiter der hessischen Filmförderung, H.-J. Mendig gefeuert, weil er sich privat mit AfD-Chef Meuthen getroffen hatte. Über 300 Filmschaffende hatten damals den Rücktritt Mendigs gefordert, weil er sich unverzeihlicherweise mit Kontaktschuld beladen hatte.
Die gleichen Konsorten, die damals lauthals „hängt ihn auf“ gerufen hatte, winseln heute um Gnade, weil sie, in naiver Unkenntnis der obwaltenden Verdammungsmechanismen von „Cancel-Culture“, einen anderen Straftatbestand der Politischen Korrektheit erfüllt haben: Sie haben Beifall von der falschen Seite bekommen.
Wie könnte man das zukünftig vermeiden? Die Antwort liegt auf der Hand: #allesdichtmachen!
Den ganzen volkspädagogisch-manipulativen Filmbetrieb der öffentlich-rechtlichen, einschließlich ihrer gleichgeschalteten, rückgratlosen und opportunistischen Schauspielerbelegschaft.


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten