Ein Abgesang auf die Speyerer Anti-Sexismusbotschafterin

Im Februar 2019, auf einer Pressekonferenz, erklärte die Speyerer OBin Seiler (SPD) vollmundig und froh gelaunt, daß sie ab sofort, neben der Integrationsministerin Spiegel (Grüne), auch in der Funktion einer Anti-Sexismus-Botschafterin aktiv werden wolle.
Wir berichteten darüber: https://buergerprotestspeyer.de/2019/03/01/unsere-neuen-superheldeninnen/

Ein Jahr und 4 Monate später, konfrontiert mit dem richtigen Leben in seinen vielfältigen, multikulturellen Schattierungen, ist die Luft raus. Was war passiert?

Am 17.6.2020 fand man in der Rheinpfalz auf Seite 19
diese schmalspaltige Meldung:

Wir fassen zusammen: Am Montag, den 15.6.2020 werden in Otterstadt 15 Frauen durch sog. Flüchtlinge sexistisch-öbszön belästigt, müssen mit Gewalt auf Abstand gehalten werden, ein Polizeieinsatz ist erforderlich.

Drei Tage später, am 18.6.2020, wollte kein Anti-Sexismusbotschafter, sondern der Fraktionsvorsitzende der AfD diesen unappetitlichen Vorfall zum Ende der Stadtratssitzung thematisieren und wies darauf hin, daß die Erstaufnahmeeinrichtung in Speyer-Nord ein Gefährdungs- und Belästigungspotential darstelle, mit dem sich der Stadtvorstand befassen sollte.

Von der Oberbürgermeisterin, bekanntermaßen in Personalunion sogar Anti-Sexismusbotschafterin, hätte man erwartet, sich diesem Problem mit geballter Energie und vollem Einsatz zu widmen, um derlei schändlichem Treiben ein Ende zu bereiten. Wer sich solcherlei Illusionen hingab, wurde bitter enttäuscht.

Die Vorsitzende fiel dem Redner mehrmals ins Wort, dabei unterstellend, daß er sich auf Gerüchte beziehe und wegen laufender Kameras nur Ideologie und Populismus betreiben wolle. Als die mehreren hundert Straftaten in Speyer-Nord angesprochen wurden, die keine Aufenthaltsdelikte sind, somit die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen und viele Bewohner des Stadtteils beunruhigen, verwies die OBin auf die Zuständigkeit der Polizei. An dieser Stelle könnte man Verständnis walten lassen, denn für einen Beamten, und dazu zählt auch eine Wahlbeamtin, ist die Feststellung der Nichtzuständigkeit eine bewährte und erprobte Methode, um sich bei unangenehmen Angelegenheiten der Verantwortung zu entziehen.

Aber für eine Anti-Sexismusbotschafterin, ausgestattet mit der Autorität, die sich auf höhere Moral berufen kann, wirkte dieser Rückzug in kleinliche Zuständigkeitskrämerei beschämend.

Zu unguter Letzt drohte sie dem Redner sogar mit einer Rüge und der Fraktionsvorsitzende der Linken sah sich bemüßigt auch noch vors Mikro zu treten, um mit gramvollem Stirnrunzeln und belegter Stimme auf der Phrasendreschmaschine die üblichen Totschlagvokabeln von rassistischer, xeno-und homophober Hetze herunter zu leiern. Von all dem war während des unerquicklichen Wortgefechtes zwar nichts zu hören gewesen, aber bei der Absonderung solcher Wortbeiträge handelt es sich um pseudoreligiöse Rituale, linkes Bekenntnisgemurmel ohne Beteiligung der Vernunft, vergleichbar mit dem Abarbeiten eines Rosenkranzes.

Was darf der nüchterne Beobachter daraus folgern?

Anders als ursprünglich vermutet, ist der Titel „Anti-Sexismusbotschafterin“ nichts anderes als ein öffentlichkeitswirksamer Propaganda-Coup, eine Mogelpackung. Wie spielende Kinder, die heute als Old Shatterhand und morgen als Luke Skywalker rumhüpfen, kann man dieses politische Kasperlesprädikat für sich beanspruchen, indem man einfach sagt: Das bin ich jetzt.
Zudem verpflichtet dieser Titel zu nichts! Am allerwenigsten dazu, bei sexueller Belästigung von Frauen durch sog. Flüchtlinge oder bei Diskriminierung von Frauen, aufgrund der Bestimmungen des Islams, Farbe zu bekennen, indem man klipp und klar sagt: „Das ist nicht in Ordnung und darum wollen wir das nicht!“

Im Gegenteil, mit diesem lächerlichen Titel reiht man sich ein im Club der politisch korrekten Wegducker*innen, dort wo sich Schönwetter-Redner*innen am „Internationalen Tag zur Gewalt gegen Frauen“ tummeln, wo infantile Selbstdarsteller*innen bei „One-Billion-Rising“ ein Tanzgezappel aufführen, wo wichtigtuerische Gleichstellungsbeauftragte teure Plakataktionen anleiern und sich alle Beteiligten selbstgefällig einbilden, mit „Zeichen setzen“ hätten sie einen Beitrag geleistet, um der steigenden Gewalt gegen Frauen wirksam entgegen zu treten.
Auf den Plakaten der jüngsten Kampagne zu diesem Thema war zu lesen: „Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar – In Speyer und überall.“ Ausgenommen Otterstadt!
Unserer Anti-Sexismusbotschafterin sei’s gedankt. Was nicht mit der eigenen Lebenslüge in Einklang zu bringen ist wird tabuisiert, unter Schweigegebot gestellt oder als Gerücht bzw. Einzelfall bagatellisiert.

Aber noch ein weiterer Aspekt verdient Beachtung, nicht als staunenswerte Neuigkeit, sondern als eingefahrenes Verhaltensmuster mit Wiederholungscharakter, denn seitens der Polizei wurde zu besagtem Vorfall kein Bericht an die Presse gegeben. Womit wir keine Verschwörungstheorie beschreiben, sondern die gängige Praxis des Verschweigens seitens der Behörden. Auch darüber wurde schon ausführlich berichtet.
https://buergerprotestspeyer.de/2019/12/15/verdraengen-verschweigen-vertuschen-teil-3/


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