Gedanken zur aktuellen Krise

Es ist bemerkenswert, daß seit einigen Tagen in den öffentlich-rechtlichen Staatssendern regelmäßig sog. Extremismusexperten zu Wort kommen, die einen Zusammenhang zwischen politischen Extremisten, allen voran natürlich die Unholde von rechts, und der Coronakrise herstellen.
Im gleichen Aufwasch werden auch kompetente Zweifler und Kritiker, welche die vielfältigen und gravierenden Corona-Bekämpfungsmaßnahmen für überzogen halten und außer der Gesundheitsfürsorge, weiterreichende, hintergründige Motive ausleuchten, als finstere Verschwörungstheoretiker stigmatisiert und dem Kreis der Meinungsabtrünnigen zugeordnet.
Oder einfacher ausgedrückt: Zu Holocaust- und Klimaleugnern gesellt sich, als neue Gattung unverbesserlicher, politischer Querulanten, nun auch der Coronaleugner.

Dabei sind faktenbasierte Zweifel, die sich nach Prüfung seitens des gesunden Menschenverstandes und Abgleich mit persönlichen Erfahrungen ergeben, grundsätzlich zulässig und positiv zu bewerten, denn daraus könnte, die erforderliche Offenheit vorausgesetzt, ein zielführender Diskurs entstehen.

Dies vorausschickend, werden im folgenden einige Aspekte herausgegriffen, um in diesen Zeiten allgemeiner Hysterie und schikanöser Verordnungshektik, Denkanstöße zu geben, die sowohl zur Beruhigung beitragen, als auch zu einer kritischen Haltung, außerhalb des verordneten Meinungskorridors, befähigen sollen.

  1. In Speyer war am 16. April 2020 das erste Todesopfer der Corona-Epidemie zu beklagen. In ihrer Stellungnahme am gleichen Tag erwähnt die OBin Frau Seiler ausdrücklich, daß die Covid-19-Lungenerkrankung die Ursache für den Tod des 80-Jährigen war.

Da das Robert-Koch-Institut (RKI) am 3.März mit der statistischen Erfassung begann, kann man für Deutschland den Beginn der Corona-Epidemie zeitlich ungefähr auf Ende Februar, Anfang März legen. Somit gab es in Speyer, mit einer Einwohnerzahl von 51.000, in 7 Wochen 1 Toten! Traurig fürwahr, insbesondere für die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen, aber für eine schlimme Seuche in den skizzierten Ausmaßen erscheint mir das etwas wenig.

  1. In Bruchsal gibt es, veranlaßt durch das Gesundheitsamt, ein medizinisches Einsatzkommando, das sog. Corona-Taxi. Ähnlich wie bei der Feuerwehr sitzen einige Mediziner mit Chauffeuren in Bereitschaft, um auf Anforderung zu Bürgern zu fahren, die über verdächtige Krankheitssymptome klagen. Daraufhin findet ein Hausbesuch statt, in dessen Verlauf eine Untersuchung samt Abstrich vorgenommen wird und der Arzt über weitere Maßnahmen entscheidet, z. B. ob der Betroffene zur stationären Behandlung ins Krankenhaus eingewiesen werden muß. Am Karfreitag war das „Corona-Taxi“ zweimal im Einsatz, tags zuvor, am Gründonnerstag überhaupt nicht.

  2. Zum Stand 22.April meldet das RKI: 145.694 bestätigte Infektionen und 4.879 Tote, wobei die Todesfälle mit der Einschränkung verbunden sind, daß diese in „Zusammenhang“ mit COVID-19 aufgetreten sind, d.h. es wurde nicht durch Obduktion festgestellt, daß COVID-19 die Todesursache war. Auch Personen, die an einer anderen Krankheit starben, aber mit COVID-19 infiziert waren, sind in den erfassten Todesfallzahlen enthalten. Insofern ist diese Zahl und die daraus errechnete Sterbequote mit einer Unschärfe behaftet was eine genaue Aussage über die Tödlichkeit dieser Infektionskrankheit sehr einschränkt.
    Nehmen wir aber diese bekanntermaßen überhöhte Zahl der in „Zusammenhang“ mit COVID-19 verstorbenen Todesfälle und dividieren sie durch die seit Anfang März vergangenen Tage, dann kommen wir auf eine Sterberate von 92 Toten pro Tag, deutschlandweit.

Wagen wir einen Vergleich mit der Grippewelle 2017/2018, in deren Verlauf laut Schätzungen des RKI 25.100 Todesfälle zu beklagen waren.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren

Eine Grippewelle dauert i.d.R. 3-4 Monate, d.h. 90-120 Tage, nachzulesen hier: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ26.html

Bei einer mittleren Dauer von 105 Tagen, wären im Verlauf der Grippewelle von 2017/2018 durchschnittlich ca. 239 Sterbefälle pro Tag zu beklagen gewesen, also die 2,6-fache Rate dessen, was bisher an Corona-Toten zu beklagen ist. Und dies obwohl es gegen Grippe wirksame Schutzimpfungen gibt und unter der ungünstigen Annahme, daß alle im „Zusammenhang“ mit COVID-19 Verstorbene in Ansatz gebracht werden. Alle Mediziner, die zur Besonnenheit mahnen und die umfangreichen und folgenschweren Maßnahmen für unangemessen halten, werden durch diese einfache Betrachtung bestätigt.

  1. Zum Schluß eine Frage an alle Leser, nämlich wieviele Menschen ein jeder persönlich kennt, bzw. kannte, die nachweislich an einer Corona-Infektion gestorben sind.
    Zum heutigen Stand gebe ich für mich die Antwort NULL und hoffe gleichzeitig, daß es dabei bleibt.

Merke: Panik war noch nie ein guter Ratgeber, aber mit Angst im Volk läßt es sich gut regieren.

In diesem Sinne alles Gute und bleiben sie gesund, womit insbesondere auch ein gesunder Menschenverstand gemeint ist, bei dessen Anwendung eine nüchterne und vernünftige Lagebeurteilung möglich sein sollte.


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten