Von Teufelsaustreibern und politischen Heuchlern

„Lübke-Mord, Halle-Anschlag, Hanauer-Amoklauf, AfD ist Schuld, Kampf gegen Rechts verstärken!“ So klingt der Rosenkranz, wie er momentan von den politisch-medialen Teufelsaustreibern landauf, landab heruntergeleiert wird. Der leibhaftige Satan ist rechts, hat die Republik flächendeckend  in seinen Klauen und seine Inkarnation erscheint uns in Gestalt von Björn Höcke.
Ketzer und Abtrünnige, deren Seelen man schon aufgegeben hat, weil sie am Abgrund zum Höllenschlund taumeln, werden schonungslos vors Tribunal der politischen Inquisition gezerrt.
Wie immer, wenn finstere Mächte ihr Unwesen treiben, findet man ihre Anhänger unter der Maske des Biedermannes überall, sogar in den eigenen Reihen der etablierten Parteien treiben sie ihr Unwesen, sie heißen Werte-Union und FDP, andere hatten Kontakt bei öffentlichen oder geheimen Treffen und stehen in Verdacht mit dem Pferdefüßigen unter einer Decke zu stecken.
Einzelne, wie z.B. Lars-Jörn Zimmer, wurden umgehend exkommuniziert, d.h. sie haben ihren Posten verloren, konnten aber durch sofortigen Widerruf wenigstens ihre Seele retten und weitere Repressalien abwenden. Andere Delinquenten, wie Alexander Mitsch von der Werte-Union, winden sich noch, verweisen flehentlich auf ihre Unterwerfung unter Abgrenzungsbeschlüsse, deren Verbindlichkeit denen der zehn Gebote gleichzusetzen sei. Sie hoffen noch auf Milde und Dialogbereitschaft seitens der Tribunal-Vorsitzenden, derweil die Scheiterhaufen aufgestapelt und die Folterwerkzeuge zum herausschneiden teuflischer Krebsgeschwüre schon gewetzt werden.

Was sich auf der Bühne des bundesdeutschen Schmierentheaters  gerade abspielt, ist keine großangelegte Desinformationskampagne wie seinerzeit die Chemnitzer Hetzjagden, sondern weitaus mehr. Unter der Regie des politisch-medialen Kartells erleben wir die Inszenierung eines großangelegten Exorzismus, eine Hexenjagd, die in ihrer wahnhaften Ausprägung den Schilderungen aus dem finstersten Mittelalter kaum nachsteht.
Ein wesentlicher Unterschied zu heute besteht darin, daß man den damaligen Eiferern,  von  Aberglauben durchdrungen und in Ermangelung vernünftiger Einsichten, wie sie erst die Aufklärung brachte, mildernde Umstände zubilligen darf.
Die modernen Teufelsaustreiber, welche mit Schaum vorm Mund „Rettet die Demokratie“ oder „Nazi-Gesindel“ rufen, wissen ganz genau, daß weder die AfD als Partei, noch deren Personal in einem kausalen Zusammenhang zu den verabscheuungswürdigen Taten stehen, auf die sich die Anklage beruft. Zumindest könnten sie es wissen, wenn sie wollten.
Es geht vor diesem inquisitorischen Tribunal keinesfalls um Gerechtigkeit oder Wahrhaftigkeit, sondern um die Ausschaltung einer Opposition, der man auf der Ebene sachlicher Argumente im politischen Diskurs nicht mehr gewachsen ist. Zu groß sind die Probleme, zu mannigfaltig die zahlreichen Notstände, zu offenkundig die dauerhaften Rechtsbrüche, welche die Etablierten mit ihrer grottenschlechten Politik angehäuft und zu vertreten haben. Darum geht es bei diesem Exorzismus einzig um die Verdammung des politischen Gegners, um dessen grundsätzliche Austreibung und Unschädlichmachung.

Am allerwenigsten geht es um die Rettung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern nur um den Erhalt der eigenen Machtposition und die damit verbundenen Pfründe. Insofern gewährt das, was wir momentan erleben,  tiefen Einblick in die stinkende Kloake politischer Heuchelei.


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten