Politischer Aschermittwoch mit Verspätung

Wer geglaubt hatte die Karnevalssaison sei letzte Woche zu Ende gegangen, der irrt gewaltig.

Die Jecken vom Naturfreundeverein Speyer veranstalten am 21.3. einen Aktionstag.  Aus gegebenem Anlaß natürlich. Für „Aktionen gegen Rechts“ findet sich in einem Land, das sich seit fast zwei Jahrzehnten im pathologischen Dauerkriegszustand „Kampf gegen Rechts“ befindet, immer ein Anlaß. Insbesondere dann, wenn jährlich über einhundert Millionen Euro Steuergelder dafür vergeudet werden.

http://www.naturfreunde-speyer.com/aktuelles.html

Hier trifft sich politischer Infantilismus mit dem fanatischen Aktionismus einer enthemmten Gesinnungsdiktatur.

Das Thema „Rechtsextremismus im Naturschutz“ wirft Fragen auf und lädt zum Stirnrunzeln ein. Worum es hier wohl geht? Um braunes Herbstlaub im Wald oder nur bedingt genießbare Pilze wie den rotbraunen Milchling? Oder um die Schreckensvision, daß hinter jedem Baum und Busch ein Nazi oder Reichsbürger lauern könnte ?  

Oder haben wir das falsch verstanden und hier wird nur ein Faschingsgedicht vorgetragen, begleitet von Humba-Humba-Täterä und Tusch-Fanfaren?

„Rechtsextremismus im Naturschutz,

jetzt kommen wir vom Frühjahrsputz,

schmeißt die bösen Nazis raus,

sauber ist das ganze Haus !“

Tum Tää –  Tum Tää _ Tum Tää !!!

Wir von der Wählergruppe Schneider werden es nie erfahren, denn wir müssen leider draußen bleiben und tun das auch gerne. Der Naturfreunde –Vorstand hat uns kraft eigener Vorverurteilung als Rechtsradikale definiert.

Wie weit es mit der viel gepriesenen Offenheit her ist, erschließt sich, wenn man die Aufzählung all derer liest, gegenüber denen man das Hausrecht geltend machen will.  Zu deutsch, wen man alles rauszuschmeißen wird, sollte er/sie es wagen einen Fuß über die Türschwelle der gast- und menschenfreundlichen Naturschützer zu setzen.

Man könnte es sich einfacher machen: Alle, die nicht die rote Fahne mit Hammer und Sichel vor sich hertragen und die Internationale singen, sind nicht willkommen.

Das ist durchaus verständlich, denn man will unbedingt unter sich sein. Nur so kann man politische Inzucht praktizieren; nur so kann man im abgestandenen Mief der eigenen Meinungshöhle die immer gleichen, politisch korrekten Phrasen wiederkäuen, dabei sich gegenseitig versichernd, daß man selbst zu den Guten gehört.

Liebe Naturfreunde! Wir sind weder neidisch noch traurig, an diesem Polit-Kappenabend nicht mitschunkeln zu dürfen. Im Gegenteil, wir freuen uns mit Euch und  rufen der Bürgermeisterin Frau Kabs, der die Ehre des Grußwortes zuteil wird, ein heiteres Helau und Alaaf zu.

16.3.2019/Matthias Schneider


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten