Dreck-Weg-Tag 2019: Eine Nachlese

Bei Ihrer Dankesansprache an die Helfer erwähnte die Oberbürgermeisterin Frau Seiler ausdrücklich einen einzigen Bereich in der Speyerer Gemarkung, der besonders grauenerregend ist und zwar nicht nur hinsichtlich des Ausmaßes der Vermüllung, sondern auch aus hygienischen Gründen. Es ist das Gebiet entlang der Joachim-Becher-Straße, südlich des Einganges zur Firma Haltermann. Hier liegt nicht einfach nur Müll herum, sondern hier befindet sich eine wilde Müllkippe in Kombination mit undurchdringlichen Brombeerhecken und einem Freiluft-WC für LKW-Fahrer. Genau dieses Gebiet hatten wir, die Aktivisten der „Wählergruppe Schneider“ zugewiesen bekommen. Trotz hoher Motivation unserer neun Einsatzkräfte, einer respektablen „Ernte“ von rund 40 prallvoll gefüllten Müllsäcken und einiger, aus dem Gesträuch gezerrter Sperrmüllhaufen, konnten wir das zugewiesene Areal in drei Stunden Sammeltätigkeit nur zu einem Bruchteil abernten. Hier lag eindeutig eine kapazitive Fehlplanung seitens der Organisatoren vor. Mindestens drei Einsatzgruppen wären in diesem Gebiet, das sich nach Süden bis zum Gehölz um den Parkplatz am Rheindamm hinzieht, erforderlich gewesen.
Nun ist Bewegung an frischer Luft gesund und beim der intellektuell niederschwelligen Tätigkeit des Müllsammelns bleibt noch genug Hirnschmalz frei für philosophische Gedanken, denen im folgenden Raum gegeben sei:

Was man sät wird man ernten. Manchmal dauert es etwas länger und nicht immer ist der Ernteertrag positiv. Der Dreck-Weg-Tag ist dafür ein passendes Beispiel. So ehrenwert und effektiv dieses Engagement der Speyerer Bürger ist, es behandelt die Symptome und nicht die Ursachen allgemeiner gesellschaftlicher Verwahrlosung.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass das Wirtschaftswunder und in der Folge weit verbreiteter Wohlstand, die Menschen in ihrem moralischen und tugendhaften Verhalten keineswegs besser gemacht haben. Im Gegenteil, sie können sich nun viel mehr Kram leisten, der nach Gebrauch gedankenlos in die Landschaft geworfen wird.

Betrachtet man die vielen Verpackungen einschlägiger Fastfoodketten, Flaschen, Zigaretten-schachteln, Popcorn- und Softdrinkbecher, die sich am Wegesrand sammeln, dann weisen diese Visitenkarten auf einen ganz bestimmten Personenkreis hin. In der Mehrzahl wahr-scheinlich diejenigen jungen Männer, die bei jeder Gelegenheit lautstark Respekt als universelles Menschenrecht einfordern, aber gleichzeitig sich selbst und ihren Mitmenschen den respektablen Umgang mit dem eigenen Lebensraum verweigern. Sicher tragen auch die ungebremsten Einwanderungsströme bildungsferner Migranten zur Vermüllung des öffent-lichen Raumes bei, verursacht von Menschen, in deren Herkunftssprachschatz die Worte Mülltrennung und Umweltbewusstsein nicht vorkommen und die sich deshalb dieser Problematik überhaupt nicht bewusst sind. Wer sich nicht vorstellen kann wovon hier die Rede ist, dem sei ein Besuch in Daressalam, Kairo, Neu Dehli oder Duala empfohlen. Dort kann man in den überall anzutreffenden Müllhaufen, die oftmals vor sich hinschwelend, Qualmwolken beißenden Geruchs verbreiten, ausreichend Anschauungsmaterial finden, um die eigene Wahrnehmung hinsichtlich der Segnungen von Multikulti zu relativieren.

Und nicht zu vergessen die Biodeutschen, auch unter ihnen mangelt es nicht an rücksichts- und gedankenlosen Elementen oder Vertretern des modernen Prekariats, die ihren Kellermüll in Nacht- und Nebelaktionen am Waldrand abladen, mit ihren Hunden zweimal täglich im Stadtgebiet unterwegs und zu faul sind, sich mit der Kottüte zu bücken, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen. Auch sie leisten ihren aktiven Beitrag zur Verdreckung des öffentlichen Raumes.

Einigermaßen ratlos steht man vor der Frage, welche negativen, gesellschaftlichen Entwick-lungen wirksam sind, die nach der Schneeschmelze in Straßendreck und Stadtrandmüll ihren allseits sichtbaren Ausdruck finden.

Was ist nach 4 Jahrzehnten „grüner“ Politik und umweltbewußter  Erziehung bei Jung und Alt eigentlich angekommen und hängen geblieben? Sehr wenig, so lautet die ernüchternde Antwort.

Offensichtlich ist das deutsche Bildungssystem nicht geeignet hinsichtlich Umweltbewußtsein verantwortliche Erwachsene in ausreichender Zahl heranzubilden, die in der Lage wären, zusammen mit den Behörden der Verhausschweinung unseres Lebensraumes nachhaltig entgegen zu wirken. Das ist auch kein Wunder, denn unser Bildungssystem befindet sich dank linksgrüner „Reformpädagogik“ seit Jahrzehnten im Niedergang und entlässt aus den Schulen in steigender Zahl funktionale Analphabeten und aus den Hochschulen jede Menge gescheiterter Studienabbrecher oder Experten nutzloser Geschwätzwissenschaften.

Lange vorbei auch die Zeiten, wo das klassische Familienbild dominierte, mit einem arbeitenden Vater und einer sich kümmernden Mutter zu hause, die ihre Zöglinge tagsüber beaufsichtigte und ihnen verbindliche Anstandsregeln beibrachte. Spaßgesellschaft, Selbstverwirklichung, Hedonismus und Emanzipation haben Partnerschaftsmodelle mit weniger Verpflichtungen und mehr Freiheiten zur weit verbreiteten Alternative gemacht. Ergebnis ist die alleingestellte Mutter, die den Anforderungen von Erziehung und Lebensunterhalt oft nicht gewachsen ist. Außerdem hat sich entgegen den apologetischen Behauptungen unserer Politiker seit Wiedervereinigung und Euro-Einführung die Einkommenssituation in Deutschland kontinuierlich verschlechtert und zwingt viele Elternpaare zu gemeinsamer Erwerbstätigkeit. Auf der Strecke bleiben Kinder und Jugendliche, für deren elterliche Erziehung nicht genügend Zeit bleibt.

Was man sät wird man ernten.

10.3.2019/Matthias Schneider


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten