Maaßen im Fadenkreuz

Die Republik hat eine neue Sau, die von den Empörungsprofis durchs mediale Dorf gejagt wird.
Es ist kein geringerer als Hans-Georg Maaßen, der Präsi des Bundesverfassungschutzes. Das Gute daran? So lange diese Sauhatz in Schwung ist, fällt das tägliche Trump-Bashing aus oder tritt zumindest in den Hintergrund.

Ausgangspunkt war die Berichterstattung der Mainstreammedien und des Regierungssprechers S.Seibert, wonach bei der Demo in Chemnitz Hetzjagden (Plural) auf Menschen anderer Herkunft stattfanden was durch Videos (wieder Plural!) belegt sei.

Hier der O-Ton: https://www.youtube.com/watch?v=CuGBGzv4GQU

Der Corpus Delikti ist dieser YouTube Videoschnipsel: https://www.youtube.com/watch?v=Eig_EHMi6q0

Was genau ist da passiert ?

Nach einer verbalen Provokation rennt ein Dicker in schwarz einem Dünnen in blau nach und die ganze Hetzjagd dauert 7 Sekunden. Dann ist der Dicke außer Puste und der Dünne außer Reichweite. Es kam noch nicht einmal zu ernsthaftem Körperkontakt. Ende einer  langweiligen Kurzgeschichte – gähn, schnarch. Eigentlich nicht der Rede wert, wenn man damit nicht etwas bezwecken könnte. Eingestellt wurde der skandalöse Vorfall, welcher momentan die halbe Republik in Schnappatmung versetzt und den Bürosessel des Verfassungsschutzpräsidenten in einen Schleudersitz verwandelt hat, vom Twitteraccount „Antifa Zeckenbiss“.

Also – der Regierungssprecher Steffen S. erweckt durch Verwendung des Plurals (Videos, Hetzjagden) den Eindruck, daß mehrere Lynchmobs glatzköpfiger Neonazis im Blutrausch und Stechschritt durch Chemnitz rasen und in einem beispiellosen Schlachtfest Migranten, Schutzsuchende und Pizzabäcker abmurksen. Doch für all das gibt es keine Beweise.

Das einzige was die Verwendung des Plural rechtfertigt, ist der Umstand, daß dieses Video über einen blutleeren, läppischen Straßenkonflikt inzwischen so oft im Staatsfernsehen wiederholt wurde, daß ihm der „Oskar für den ausländischen Kurzfilm, mit den meisten Wiederholungen“ sicher sein dürfte.

Aber es gibt noch andere Dinge, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen, denn sie gehören zum Repertoire der medialen Skandalisierung. Und die ist das Salz in der Suppe einer Stimmungsdemokratie, d.h. in einem Staatswesen, wo die Manipulation der öffentlichen Meinung mittels Skandalisierung und Stimmungsmache für oder gegen etwas, gleichzeitig  Basis und Rechtfertigung für politische (Personal-) Entscheidungen ist.

Zur Erinnerung: Mit dieser Masche wurde Ex- Bundespräsi Wulf abgeräumt, wegen angeblicher Vorteilsnahme im Amt. Nachdem man ihn mittels einer skandalisierenden Medienkampagne und begleitet vom Vuvuzela-Getöse infantiler Wutbürger aus Schloß Bellevue gejagt hatte, wurde er vor Gericht in allen Anklagepunkten frei gesprochen. Doch das interessierte dann keinen mehr.  

Die Regierung Merkel mit ihrem schwiegersohnigen Sprecher S.Seibert ist ebenso wie der gleichgeschaltete Staatsfunk in Erklärungsnot geraten und hat sich der FakeNews-Verbreitung verdächtig gemacht. Man halluziniert von Menschenjagden gegen Ausländer, prüft die Quelle weder nach Herkunft noch nach Inhalt und schwach in Mengenlehre verwechselt man auch noch Mehrzahl mit Einzahl – dumm gelaufen. Doch es kommt noch dicker, denn sogar der Generalstaatsanwalt bestätigt, daß es in Dresden keine Hetzjagden gegeben hat https://juergenfritz.com/2018/09/04/keine-hetzjagden/
und auch der Präsi vom Bundesverfassungsschutz bläst ins gleiche Horn und sagt der Bildzeitung, es gebe keine belastbaren Beweise für Hetzjagden und stellt überdies die Echtheit des Videos in Frage.

Während man noch debattiert, ob die Hetzjagden auf Migranten in den Straßen von Chemnitz überhaupt stattgefunden haben, wurde eine neue, mediale Hetzjagd eröffnet. Sie wird nicht mit Fäusten und Messern ausgetragen, sondern mit den Mitteln medialer Skandalisierung.
Cui bono – wem nützt das alles? Ganz einfach:

Der Bundesverfassungsschutz untersteht dem Innenminister, dieser heißt Seehofer und ist der einzige Regierungsvertreter, der versucht die Migrationskrise in den Griff zu bekommen. Einzig und allein deshalb stehen die Empörungssirenen von SPD, Linken und Grünen vor den Mikrophonen der Staatsender Schlange und überbieten sich mit Rücktrittsforderungen. Es geht nicht um Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit oder andere hehre Ziele,  sondern nur darum, daß auf dem Schachbrett der Macht eine Figur des Gegners fällt.
Um Daniel H., die anderen Opfer von Migrantengewalt, die innere Sicherheit, die Ängste der Bürger oder das Wohl des Volkes geht es schon lange nicht mehr.

Zurück zu Maaßen: Welche schlimme Ungeheuerlichkeit hat sich der Mann eigentlich zuschulden kommen lassen? Er hat es gewagt, öffentlich Zweifel zu äußern. Die dürften zumindest angebracht sein, denn jeder sollte inzwischen kapiert haben, daß das Internet eben nicht die Quelle von Wahrhaftigkeit und ethischer Vollkommenheit, sondern ein Sumpf aus Falschmeldungen, Selbstdarstellerei, Voyeurismus, Pornographie, Manipulation, Denunziantentum und allerlei  Auswüchsen menschlicher Niedertracht ist. Und Potzblitz, der Mann hat im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod von Daniel H. von „Mord“ gesprochen, obwohl die Staatsanwaltschaft wegen „Totschlags“ ermittelt. Darf man das?
Genau so funktioniert Skandalisierung! Sollte es Maaßen jetzt wagen öffentlich einen Furz schnurren zu lassen, dann wird dies zur schlimmsten Giftgasattacke im Syrienkrieg aufgeblasen und eine UN-Sondersitzung einberufen.

Dass Maaßen und seine Behörde bei der Überwachung von Anis Amri, dem islamistischen Massenmörder vom Breitscheidplatz,  neben anderen Sicherheitsbehörden erbärmlich versagt hat und bei Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage gelogen haben könnte, sollte eigentlich schwerer wiegen, ist aber schon ein Weilchen her. Damals war seine Zeit noch nicht reif, jetzt ist er zum Abschuß frei gegeben.

Matthias Schneider/8.9.2018


Matthias Schneider - Bürgerprotest Speyer | ©2018 - Alle Rechte vorbehalten