Nichts geht mehr – auf dem Weg in den gescheiterten Staat

Als wir letztes Jahr, am 23. Mai 2017 zum Tag des Grundgesetzes einen Lies-Stand in Mannheim https://vimeo.com/264793186 organisierten, mußte ich im Ordnungsamt der Stadt, genau gesagt  im dortigen Fachbereich für Sicherheit und Ordnung, traumatisierende (schönes Modewort) Zustände feststellen, wie ich sie bisher nur in afrikanischen, gescheiterter Staaten erleben mußte.

Die seelischen Verwerfungen waren so dramatisch, daß ich meine stichwortartigen Aufzeichnungen erst  jetzt geordnet zu Papier bringen konnte.

Wer auf der BUNT gestalteten Website www.Mannheim.de den Suchbegriff „Infostand“ oder „Anmeldung Infostand“ oder „Anmeldung eines Informationsstandes“ oder…oder… eingibt bekommt NICHTS.

Wer unter Kontakt die Servicenummer der Telefonzentrale 115 anwählt bekommt zuerst längere Zeit Musik und die Aufforderung einer Computerstimme so lange zu warten bis ein Serviceplatz frei ist. Schon das Wort Serviceplatz ist ein Witz gemessen an dem was geboten wird. Wenn‘s dann endlich so weit ist, spricht man mit einem Callcenter-Girlie, das NICHTS weiß sondern nur weiterleiten kann und zwar zu einem Anschluß wo man erneut zum Musikhören genötigt wird, solange bis ein Barmherziger den Hörer abnimmt.

Ich wurde an jemanden weitergeleitet, der mich dann wiederum weiterleiten wollte und zwar an den zuständigen Mitarbeiter, nennen wir ihn Herrn Klein.

Der ging aber nicht ans Telefon, so daß mir der Weiterleitende dessen Durchwahl gab und mir auf Nachfrage versicherte, daß Herr Klein im Hause sei.

Nach 10 vergeblichen Anrufversuchen und der gefühlten Wachstumsdauer eines 3-Tagebartes ging ein Kollege (nennen wir ihn Herr Groß) ans Telefon, um mir mitzuteilen, daß Herr Klein Urlaub habe und erst morgen da sei.

Nachdem ich mein Anliegen vorgebracht hatte klärte mich Herr Groß darüber auf, daß es zur Anmeldung eines Infostandes ein Formular gebe, das man bei Eingabe dieses Suchbegriffes leicht finden würde.

Dieses Formular sei auszufüllen und ans Ordnungsamt zu schicken und zwar per Email weil das Fax kaputt sei.

Nach 15 Minuten vergeblicher Suche war ich wieder genötigt beim Amt anzurufen und mit Hilfe einer Mitarbeiterin das Formular zu finden. Doch auch das gestaltete sich schwierig und zweitraubend, denn sogar die Mitarbeiterin des Amtes (eine sog. Insiderin !!) verlor im Labyrinth der Links und Klicks verschiedene Male Weg und Orientierung.

Endlich hatten wir das Formular gefunden. Runterladen, ausfüllen, einscannen und an die auf dem Formular angegebene Email-Adresse schicken war im Vergleich zu den bisherigen Hemmnissen ein Kinderspiel.

Einen Tag später finde ich bei Durchsicht des Spamordners die Nachricht des Ordnungsamtes, daß der/die zuständige Mitarbeiter*in nicht da sei.

Übles ahnend rief ich Herrn Klein an, der inzwischen aus dem Urlaub zurück und wieder am Arbeitsplatz war.

Er erklärte mir, daß bei ihm nichts angekommen sei. Bei Klärung nach dem Warum stellte sich heraus, daß die auf dem Formular angegebene Email-Adresse falsch sei.

Die Adresse bereich31@mannheim.de ist falsch und weil die EDV umgestellt wurde gibt es eine neue Adresse, die heißt 31versammlungen@mannheim.de

Auf mein Anraten das Formular zu korrigieren, erklärte sich Herr Klein für nicht zuständig, dies sei Sache der EDV.

Außerdem teilte er mir mit, daß ein Pavillon nicht genehmigt werde, weil das die Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften nicht zulassen. Klar doch – Sicherheit:  Dieser Aspekte ist immer dann vorrangig, wenn es darum geht deutsche Untertanen zu schurigeln. Er spielt absolut keine Rolle wenn im Gefolge abertausender illegaler Grenzgänger auch Radikalislamisten, IS- Dschihadisten, kriminelle Diebesbanden, Knastbrüder, Drogenhändler und allerlei Taugenichtse ins Land strömen.

Zurück zu meinem Antragsformular:  Alles nochmal von vorne – 1 ganzer Tag, verplempert für nix und wieder nix.

Wie sagte der Dalai Lama?
„Wenn du verlierst, dann verliere nie die Lektion.“

Als zukunftsweisendes Geschäftsmodell bietet sich an:

Man gründet eine Firma, die als Dienstleister für die Verwaltung tätig ist, am besten im „Kampf gegen Rechts“, für Gender Mainstreaming oder „Zivilcourage in einer bunten Gesellschaft“.

Mit einer Zentrale, die nur aus einem Telefoncomputer besteht spielen wir den ganzen Tag Musik, lassen liebreizende Damenstimmen um Geduld bitten, leiten weiter in kommunikative Sackgassen die im Nirgendwo enden, sich keiner zuständig fühlt oder dem Beamtentiefschlaf huldigt.
Parallel betreiben wir eine vielfältige Website im Regenbogen-Design auf der man nichts findet.
Sollte dies ausnahmsweise doch der Fall sein, dann ist das ein Formular mit Telefonnummern wo keiner dran geht, einer Faxnummer von einem kaputten Fax und einer Email-Adresse, die in den Sphären eines Asteroidennebels am Rande unseres Sonnensystems ankommt.

Als Personal stellen wir 10 minderjährige IT-Spezialisten an, die 2016 auf einer schwimmenden Banane übers Mittelmeer eingereist sind, und von denen keiner einen Pass aber ein Dutzend  verschiedene Identitäten hat, so daß sich unser Personalstand vervielfacht.

Für all das beantragen wir Integrationsgelder und andere Fördermittel von Stadt, Land, Bund, wohltätigen NGO’s, etc. und kassieren ab. Nach einem Jahr bekommen wir von Klaus Clever und Katrin Göring-Eckhardt medienwirksam den Chonchita-Wurst-Preis für vorbildliche Integration von Facharbeitern verliehen, nach 2 Jahren sind wir reich und können dem bundesdeutschen Narrenschiff „Adieu“ sagen.

Wer macht mit ?

23.8.2018/Matthias Schneider


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